Die Lehre nach Schlaffhorst-Andersen ist ein ganzheitlicher Ansatz für Atem, Sprechen und Stimme, der den Menschen in seiner Gesamtheit betrachtet. Entwickelt wurde sie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts von Clara Schlaffhorst und Hedwig Andersen, aus eigenen Erfahrungen mit Atem- und Stimmproblemen. Darauf aufbauend entstand eine eigenständige Herangehensweise, die praktische Erfahrung, pädagogische Arbeit und wissenschaftliche Erkenntnisse miteinander verknüpft.
Im Mittelpunkt stehen die komplexen Wechselwirkungen von Körper, Atmung, Stimme, Sprache und Bewegung, die als untrennbar miteinander verbunden verstanden werden. Ziel ist es, natürliche, physiologische und ökonomische Bewegungs- und Atemabläufe zu fördern sowie einen gesunden, funktionalen Umgang mit Stimme und Sprache zu entwickeln, zu erhalten oder wiederherzustellen.
Ein zentrales Anliegen der Lehre ist es, den Menschen wieder in Kontakt mit seinen Atemkräften und seinem natürlichen Lebensrhythmus zu bringen. Atmung wird dabei als grundlegende Kraft verstanden, die Haltung, Bewegung, Stimme, Ausdruck und Kommunikation maßgeblich beeinflusst. Die bewusste Schulung der Eigenwahrnehmung, der individuelle dreiphasige Atemrhythmus sowie die fünf Regenerationswege unterstützen die Balance zwischen Anspannung und Entspannung und fördern Regeneration, Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit.
Durch gezielte Bewegungs-, Atem- und Stimmübungen werden die Zusammenhänge von Atmung, Stimme, Haltung und Bewegung erfahrbar und funktionell geschult. Ziel ist eine ausgeglichene Gesamtkörperspannung sowie eine natürliche Koordination von Atem, Bewegung und Stimmgebung. Dies unterstützt sowohl die Entwicklung einer freien, tragfähigen Stimme als auch eine klare, lebendige Sprache.
Anders als rein technikorientierte Methoden liegt der Schwerpunkt dieser Lehre auf individuellen Entwicklungsprozessen, die flexibel und prozessorientiert auf die Bedürfnisse der Lernenden zugeschnitten sind.